biodiversity

Das Wissen über einheimische wilde Arten nimmt immer mehr ab. Diese Entwicklung belegt unter anderem eine Studie von Wissenschaftlern des Instituts für Didaktik der Biologie an der Uni München. In Bayern mussten 2.000 Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 19 Jahren für die BISA (Biodiversität im Schulalltag) Studie 15 der häufigsten heimischen Vogelarten benennen. Im Schnitt konnten nur fünf Arten korrekt benannt werden. Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass Mädchen und Stadtkinder im Vergleich zu Jungen und Dorfkindern deutlich besser abschnitten.

Der NABU sieht hier die Verbindung zum Artensterben und dem Verlust der Biodiversität auf Deutschlands Feldern. „Dies könnte eine Folge des dramatischen Rückgangs der Vogelzahlen im ländlichen Raum sein, wo Kinder kaum noch Vogelarten beobachten können.“ (NABU, 2018). Auch bei Erwachsenen ist eine Naturentfremdung zu bemerken. Im vergangenen Jahr gingen im Artenschutzzentrum Leiferde in Niedersachsen über 3.000 vermeintliche Notfälle ein, in 2017 waren es noch 2.500 und davor die Jahre etwa um die 2.000. Mehr und mehr werden augenscheinlich verwaiste oder hilfsbedürftige Wildtiere aufgelesen und im Zentrum abgegeben.

Die Menschen sind mit der heimischen Natur nicht mehr vertraut, kennen kaum Arten und gehen zu selten vor die Haustür, zum Waldspaziergang oder zur Wildgartenpflege um sich Wissen über die Natur in ihrer Umgebung anzueignen.

In meiner Bachelorarbeit habe ich mich mit der Fragestellung befasst, was Design leisten kann, um die Auseinandersetzung mit einheimischen Arten spannender zu gestalten. Das Endprodukt ist ein illustriertes Artenbuch mit verschiedenen Tieren und Pflanzen aus Nordrhein-Westfalen, deren Bestände und Lebensräume bedroht sind.

„Wenn wir so weitermachen, wird es bald niemanden mehr geben, der überhaupt noch merkt, welche Arten aussterben. Wie sollen sich unsere Kinder für den Erhalt einer Art einsetzen, die sie gar nicht kennen?“

Thomas Gerl, Leiter BISA-Studie, 2018

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